Der Containermarkt

Über 90 Prozent der weltweit gehandelten Waren werden auf dem Seeweg abgewickelt. Deshalb besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Welthandels und dem Containerumschlag sowie der Nachfrage nach Containern. Der Branchendienst Alphaliner ging im November 2016 davon aus, dass sich der Containerumschlag im Jahr 2016 auf über 717 Millionen TEU belief und das Wachstum demnach bei sehr moderaten 1,1 Prozent lag.

Beinahe die Hälfte der weltweiten Containerflotte befindet sich im Eigentum von Containerleasinggesellschaften, die die Transportboxen an Reedereien und Schifffahrtsgesellschaften vermieten. Ende Dezember 2016 befanden sich gemäß Alphaliner insgesamt 5.114 Containerschiffe mit Stellplatzkapazitäten von rund 20,3 Millionen TEU in Fahrt. Die globale Containerflotte bestand Ende 2015 aus rund 37,6 Millionen TEU.

Um einen reibungslosen Ablauf ihrer Logistikketten zu gewährleisten, benötigen Reedereien in der Regel pro Stellplatz zwei Container an Bord eines Containerschiffs, denn die Fracht geht samt Container an Bord und wird zum Zielort weitertransportiert. Dort kommt dann neue Ladung in anderen Containern an Bord.

Während die Situation auf den Schifffahrtsmärkten angefangen mit der Welt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 anhaltend herausfordernd ist, hatte sich der Containermarkt währenddessen recht robust dargestellt. Insbesondere der Markt für Mietcontainer hatte zunächst von dem schwierigen Marktumfeld der Reedereien profitiert, da diese vermehrt auf die Anmietung von Containern statt auf deren Anschaffung gesetzt hatten. Der ruinöse Wettbewerb der Reedereien um Marktanteile sowie der Trend, wegen des Niedrigzinsumfelds und des gesunkenen Stahlpreises wieder selbst vermehrt Container zu bestellen, hat eine sinkende Nachfrage nach Mietcontainern und gesunkene Leasingraten zur Folge gehabt.

Allerdings ist der Containermarkt – anders als die Schifffahrtsmärkte – in der glücklichen Lage, dank kurzer Bestell- und Produktionslaufzeiten recht flexibel auf Nachfrageeinbrüche zu reagieren. So haben die Hersteller 2015 und auch im ersten Halbjahr 2016 deutlich weniger Container produziert und zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 ihre Lagerbestände beinahe halbiert. Seit dem dritten Quartal 2016 zeichnet sich eine Markterholung ab: Die Preise für Neucontainer begannen zu steigen, die Bestände von Containern in den Depots der Leasinggesellschaften sind geschrumpft und die Auslastung der Containerflotten bei führenden Containervermietern lag zwischen 93 und 95 Prozent. Alles in Allem, gute Voraussetzungen für einen Anstieg der Leasingraten.

In unserem CH2 Marktüberblick halten wir weitere Informationen für Sie bereit.

Marktüberblick Januar 2017

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Der weltweite Containerumschlag

Containerumschlag in Millionen TEU

Der Containermarkt in der Presse

„Mega-Fusion im Containermietgeschäft“

businesswire.com vom 09.11.2015

„Im Oktober hat sich der Containerumschlag-Index des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) leicht verbessert. Er ist von (revidiert) 117,3 auf 117,9 gestiegen.“

RWI Essen vom 25.11.2015

„Angetrieben von den asiatischen Exporten hat sich die Containerwirtschaft in den vergangenen Jahren viel besser entwickelt als die Containerschifffahrt.“

Fonds Professionell online / Ausgabe 4/2015

Der Markt für Wechselkoffer

Für den Laien sehen Wechselkoffer aus wie ganz normale Container mit Standbeinen. Im Prinzip trifft diese Beschreibung weitgehend zu, beinhaltet sie doch das hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal des Wechselkoffers: Seine ausklappbaren Beine. Dank diesen ist der Wechselkoffer verladegeschirrunabhängig verladbar, da das Trägerfahrzeug unter dem Behälter herausgefahren und der Behälter so zur Ent- und Wiederbeladung abgestellt werden kann. Tatsächlich unterscheidet sich der Wechselkoffer in einem weiteren wesentlichen Punkt vom Standardcontainer: Den Abmessungen. Gegenüber dem 20-Fuß-Standardcontainer ist der Wechselkoffer etwas breiter und höher. In der Länge können Wechselkoffer je nach Auftraggeberwunsch variieren.

Das liegt daran, dass der Wechselkoffer ursprünglich für den Einsatz auf dem deutschen Markt und für die Beladung mit Europaletten konzipiert worden ist. Mittlerweile verbreiten sie sich jedoch mit der immer stärkeren europäischen Wirtschaftsvernetzung und insbesondere dank des rasch wachsenden internationalen Versandhandels (z.B. Amazon, eBay, Zalando) sukzessive über ganz Europa. Zu den Logistikunternehmen, die Wechselbehälter einsetzen, gehören Speditionen, Umzugsunternehmen und Industriezulieferer. Bei weitem der größte Anteil kommt jedoch bei Logistikunternehmen der KEP (Kurier-, Express- und Paket)-Branche zum Einsatz, zu deren prominentesten Vertretern DHL, Hermes und DPD gehören.

Das Wachstum der Branche hat im Jahr 2015 die Erwartungen übertroffen. Die „KEP-Studie 2016“ des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BIEK) weist für 2015 ein Wachstum der KEP-Sendungen um 5,9% gegenüber dem Vorjahr aus. Betrachtet man den Markt für B2C-Sendungen, so hat dieser sogar um über 10% gegenüber 2014 zugelegt. Hauptsächlich verantwortlich für dieses anhaltende und deutliche Wachstum ist nach Aussagen des BIEK vor allem der zunehmende Online-Handel. Für die kommenden Jahre wird sogar ein noch deutlicheres durchschnittliches Wachstum des Sendungsvolumens erwartet.

Kurier-, Express- und Paketbranche erlebt stabiles Wachstum

Sendungsvolumen in Millionen Sendungen

Hier kommen Sie zur vollständigen KEP-Studie

Aktuelles zum KEP-Markt

„Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 2,8 Milliarden Sendungen verschickt. [...] Das ist ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

Florian Gerster in der Studie zum KEP-Markt 2015 des BIEK

„Das Volumenwachstum von 7,0 Prozent im deutschen Paketgeschäft unterstreicht die anhaltende Wachstumsdynamik.“

Pressemitteilung zum Jahresabschluss 2014 der Deutschen Post DHL Group