Der Containermarkt

Über 90 Prozent der weltweit gehandelten Waren werden auf dem Seeweg abgewickelt. Deshalb besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Welthandels und dem Containerumschlag sowie der Nachfrage nach Containern. Der Branchendienst Alphaliner ging im April 2017 davon aus, dass der Containerumschlag im Jahr 2016 weltweit bei 725 Millionen TEU gelegen hat und das Umschlagswachstum demnach trotz des insgesamt verlangsamten Weltwirtschaftswachstums bei 2,1 Prozent gelegen hat.
Über die Hälfte der weltweiten Containerflotte befindet sich heute im Eigentum von Containerleasinggesellschaften, die die Transportboxen an Reedereien und Schifffahrtsgesellschaften vermieten. Anfang Mai 2017 befanden sich gemäß Alphaliner insgesamt 5.110 Containerschiffe mit Stellplatzkapazitäten von rund 20,4 Millionen TEU in Fahrt. Die globale Containerflotte bestand Ende 2016 aus rund 37,85 Millionen TEU.

Während die Situation auf den Schifffahrtsmärkten angefangen mit der Welt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 anhaltend herausfordernd ist, hat sich der Containermarkt als recht robust dargestellt. 2015 und im ersten Halbjahr 2016 hatten zwar das Niedrigzinsumfeld und der ruinöse Wettbewerb der Reedereien um Marktanteile sowie der gesunkene Stahlpreis dafür gesorgt, dass die Containerpreise und Leasingraten deutlich unter Druck geraten waren. Allerdings ist der Containermarkt – anders als die Schifffahrtsmärkte – in der glücklichen Lage, dank kurzer Bestell- und Produktionslaufzeiten flexibel auf Marktschwankungen zu reagieren.
So haben die Hersteller 2015 und auch im ersten Halbjahr 2016 deutlich weniger Container produziert und zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 ihre Lagerbestände beinahe halbiert. Seit dem dritten Quartal 2016 zeichnet sich eine Markterholung ab. Im Mai 2017 präsentiert sich der Containermarkt in einer viel besseren Verfassung.

Neucontainerpreise liegen nach Angaben führender Marktteilnehmer derzeit bei rund 2.200 USD pro CEU und damit sehr deutlich über den, vor einem Jahr üblichen etwa 1.350 USD. Die jüngsten Veröffentlichungen der börsennotierten Leasinggesellschaften belegen die durchwegs positiven Entwicklungen des Containermarkts. Marktführer Triton International veröffentlichte seine Quartals- und Jahreszahlen am 16. März 2017 und gab an, dass weiterhin eine positive Marktentwicklung angenommen wird, und dass mit weiter steigenden Preisen für gebrauchte Container zu rechnen sei. Die Leasinggesellschaft Textainer berichtete bereits Mitte Februar 2017 von gestiegenen Containerpreisen auf dem asiatischen Markt und dass die Containerhersteller nach den erlittenen Verlusten davon ausgehen, nun wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Diese Aussagen sprechen dafür, dass die niedrigen Preise der letztjährigen Talsohle hinter der Branche liegen und in nächster Zeit nicht mit einem neuerlichen Preisverfall zu rechnen ist.

In unserem CH2 Marktüberblick halten wir weitere Informationen für Sie bereit.

Marktüberblick

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Der weltweite Containerumschlag

Containerumschlag in Millionen TEU

Der Containermarkt in der Presse

„Der Containerumschlag-Index […] ist im Mai 2017 […] deutlich
gestiegen […] und erreicht so einen neuen Höchststand.“

Pressemitteilung des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) am 22. Juni 2016.

„Nach Jahren der Krise sieht Hapag-Lloyd die Containerschifffahrt auf dem Weg der Erholung: Die Frachtraten steigen und versprechen endlich wieder Gewinne.“

n-tv.de am 29. Mai 2017

„Steigende Nachfrage und gestiegene Preise sorgen für eine deutliche Trendwende beim zweitgrößten Containerhersteller der Welt, Singamas Container Holdings.“

JOC.com am 22.6.2017

Der Markt für Wechselkoffer

Für den Laien sehen Wechselkoffer aus wie ganz normale Container mit Standbeinen. Im Prinzip trifft diese Beschreibung weitgehend zu, beinhaltet sie doch das hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal des Wechselkoffers: Seine ausklappbaren Beine. Dank diesen ist der Wechselkoffer verladegeschirrunabhängig verladbar, da das Trägerfahrzeug unter dem Behälter herausgefahren und der Behälter so zur Ent- und Wiederbeladung abgestellt werden kann. Tatsächlich unterscheidet sich der Wechselkoffer in einem weiteren wesentlichen Punkt vom Standardcontainer: Den Abmessungen. Gegenüber dem 20-Fuß-Standardcontainer ist der Wechselkoffer etwas breiter und höher. In der Länge können Wechselkoffer je nach Auftraggeberwunsch variieren.

Das liegt daran, dass der Wechselkoffer ursprünglich für den Einsatz auf dem deutschen Markt und für die Beladung mit Europaletten konzipiert worden ist. Mittlerweile verbreiten sie sich jedoch mit der immer stärkeren europäischen Wirtschaftsvernetzung und insbesondere dank des rasch wachsenden internationalen Versandhandels (z.B. Amazon, eBay, Zalando) sukzessive über ganz Europa. Zu den Logistikunternehmen, die Wechselbehälter einsetzen, gehören Speditionen, Umzugsunternehmen und Industriezulieferer. Bei weitem der größte Anteil kommt jedoch bei Logistikunternehmen der KEP (Kurier-, Express- und Paket)-Branche zum Einsatz, zu deren prominentesten Vertretern DHL, Hermes und DPD gehören.

Das Wachstum der Branche hat im Jahr 2016 die Erwartungen übertroffen. Erstmals haben die Anbieter in Deutschland im vergangenen Jahr über 3 Milliarden Sendungen befördert. Die „KEP-Studie 2017“ des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BIEK) weist für 2016 ein Wachstum der KEP-Sendungen um 7,2% gegenüber dem Vorjahr aus. Betrachtet man den Markt für B2C-Sendungen, so hat dieser sogar um über 13,2% gegenüber 2015 zugelegt. Hauptsächlich verantwortlich für dieses anhaltende und deutliche Wachstum ist nach Aussagen des BIEK vor allem der zunehmende Online-Handel sowie die stabile Lage der deutschen und internationalen Wirtschaft. Für das laufende Jahr rechnet BIEK mit einem Zuwachs des Sendungsvolumens von 6 %, also etwa 180. Mio. zusätzlichen Sendungen.

Kurier-, Express- und Paketbranche erlebt erneut deutliches Wachstum

Sendungsvolumen in Millionen Sendungen

Hier kommen Sie zur vollständigen KEP-Studie

Aktuelles zum KEP-Markt

„Im Jahr 2016 wurden 7,2 % mehr Paket-, Express- und Kurier-Sendungen
befördert als im Vorjahr. Das Volumen durchbrach erstmals die
Drei-Milliarden-Marke [...]“

Studie zum KEP-Markt 2017 des BIEK

„Mit einer deutlichen Präsenz in allen wichtigen europäischen Märkten zeigte DPDgroup vor allem in Großbritannien (+13,2 %), Frankreich (+10,8 %), Spanien (+10 %), [...] Deutschland (+7,8 %) [...] eine starke Umsatzentwicklung“

Aktuelle Neuigkeiten der dpd group

„Die DHL meldet für das Geschäftsjahr 2016 einen neuen Paketrekord in Deutschland mit 1,2 Milliarden Sendungen, das entspricht einem Plus von 9,3%.“

DHL Pressemitteilung zum Jahresabschluss, 8. März 2017