Der Containermarkt

Die internationale Logistikbranche ist in den vergangenen Jahrzehnten durch starke Wachstumsraten gekennzeichnet. Wachstumsdellen durch Krisen oder übliche Marktzyklen konnten immer relativ schnell ausgeglichen werden. Heute werden über 90 Prozent der weltweit gehandelten Waren auf dem Seeweg abgewickelt. Deshalb besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Welthandels und dem Containerumschlag sowie der Nachfrage nach Containern. Im Jahr 2000 waren noch 240 Millionen TEU umgeschlagen worden, 2017 hat sich diese Zahl, Schätzungen des Branchendienstes Alphaliner (Januar 2018) nach, auf 775 Millionen TEU mehr als verdreifacht. Für das Jahr 2017 bedeutet dies einen Zuwachs des globalen Containerumsatzes von 6,5%. Über die Hälfte der weltweiten Containerflotte befindet sich heute im Eigentum von Containerleasinggesellschaften, die die Transportboxen an Reedereien und Schifffahrtsgesellschaften vermieten.

Mitte Februar 2018 befanden sich gemäß Alphaliner insgesamt 5.213 Containerschiffe mit Stellplatzkapazitäten von rund 21,34 Millionen TEU in Fahrt. Die globale Containerflotte bestand Ende 2017 aus rund 39,2 Millionen TEU. Während die Situation auf den Schifffahrtsmärkten, angefangen mit der Welt- und Wirtschaftskrise 2008/2009, anhaltend herausfordernd ist, hat sich der Containermarkt als recht robust dargestellt. 2015 und im ersten Halbjahr 2016 hatten das Niedrigzinsumfeld und der ruinöse Wettbewerb der Reedereien um Marktanteile sowie der gesunkene Stahlpreis dafür gesorgt, dass die Containerpreise und Leasingraten unter Druck geraten waren. Allerdings ist der Containermarkt – anders als die Schifffahrtsmärkte – in der glücklichen Lage, dank kurzer Bestell- und Produktionslaufzeiten flexibel auf Marktschwankungen zu reagieren. So hatten die Hersteller 2015 und auch im ersten Halbjahr 2016 deutlich weniger Container produziert und zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 ihre Lagerbestände beinahe halbiert.

Ab April 2017 haben die chinesischen Produzenten, die über 98 Prozent der weltweiten Container herstellen, ihre Produktion auf nachhaltige Lackierung umgestellt. Zusammen mit dem gestiegenen Stahlpreis und der anhaltenden, wieder aufgefrischten Marktnachfrage sorgte dies für steigende Preise. Neucontainerpreise liegen nach Angaben führender Marktteilnehmer derzeit bei rund 2.250 USD für einen 20 Fuß Container. Die jüngsten Veröffentlichungen der börsennotierten Leasinggesellschaften belegen die positiven Entwicklungen des Containermarkts. Sowohl Branchenprimus Triton International als auch der zweitgrößte Containervermieter der Welt, Textainer und die sechstgrößte Leasinggesellschaft, CAI International Inc. dokumentierten im Rahmen ihrer Präsentationen der Jahresabschlusszahlen den deutlichen Aufwärtstrend und die anhaltend positiven Rahmenbedingungen in Form gestiegener Auslastungsquoten, Leasingraten und Containerpreise.

In unserem CH2 Marktüberblick halten wir weitere Informationen für Sie bereit.

Marktüberblick Stand Februar 2018

als PDF zum Download (3 MB)

Marktüberblick Stand Oktober 2017

als PDF zum Download (5.6 MB)

Der weltweite Containerumschlag

Containerumschlag in Millionen TEU

Der Containermarkt in der Presse

„Der Containerumschlag-Index […] ist im Mai 2017 […] deutlich
gestiegen […] und erreicht so einen neuen Höchststand.“

Pressemitteilung des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) am 22. Juni 2016.

„Nach Jahren der Krise sieht Hapag-Lloyd die Containerschifffahrt auf dem Weg der Erholung: Die Frachtraten steigen und versprechen endlich wieder Gewinne.“

n-tv.de am 29. Mai 2017

„Steigende Nachfrage und gestiegene Preise sorgen für eine deutliche Trendwende beim zweitgrößten Containerhersteller der Welt, Singamas Container Holdings.“

JOC.com am 22.6.2017

Der Markt für Wechselkoffer

Für den Laien sehen Wechselkoffer aus wie ganz normale Container mit Standbeinen. Im Prinzip trifft diese Beschreibung weitgehend zu, beinhaltet sie doch das hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal des Wechselkoffers: Seine ausklappbaren Beine. Dank diesen ist der Wechselkoffer verladegeschirrunabhängig verladbar, da das Trägerfahrzeug unter dem Behälter herausgefahren und der Behälter so zur Ent- und Wiederbeladung abgestellt werden kann. Tatsächlich unterscheidet sich der Wechselkoffer in einem weiteren wesentlichen Punkt vom Standardcontainer: Den Abmessungen. Gegenüber dem 20-Fuß-Standardcontainer ist der Wechselkoffer etwas breiter und höher. In der Länge können Wechselkoffer je nach Auftraggeberwunsch variieren.

Das liegt daran, dass der Wechselkoffer ursprünglich für den Einsatz auf dem deutschen Markt und für die Beladung mit Europaletten konzipiert worden ist. Mittlerweile verbreiten sie sich jedoch mit der immer stärkeren europäischen Wirtschaftsvernetzung und insbesondere dank des rasch wachsenden internationalen Versandhandels (z.B. Amazon, eBay, Zalando) sukzessive über ganz Europa. Zu den Logistikunternehmen, die Wechselbehälter einsetzen, gehören Speditionen, Umzugsunternehmen und Industriezulieferer. Bei weitem der größte Anteil kommt jedoch bei Logistikunternehmen der KEP (Kurier-, Express- und Paket)-Branche zum Einsatz, zu deren prominentesten Vertretern DHL, Hermes und DPD gehören.

Das Wachstum der Branche hat im Jahr 2016 die Erwartungen übertroffen. Erstmals haben die Anbieter in Deutschland im vergangenen Jahr über 3 Milliarden Sendungen befördert. Die „KEP-Studie 2017“ des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BIEK) weist für 2016 ein Wachstum der KEP-Sendungen um 7,2% gegenüber dem Vorjahr aus. Betrachtet man den Markt für B2C-Sendungen, so hat dieser sogar um über 13,2% gegenüber 2015 zugelegt. Hauptsächlich verantwortlich für dieses anhaltende und deutliche Wachstum ist nach Aussagen des BIEK vor allem der zunehmende Online-Handel sowie die stabile Lage der deutschen und internationalen Wirtschaft. Für das laufende Jahr rechnet BIEK mit einem Zuwachs des Sendungsvolumens von 6 %, also etwa 180. Mio. zusätzlichen Sendungen.

Kurier-, Express- und Paketbranche erlebt erneut deutliches Wachstum

Sendungsvolumen in Millionen Sendungen

Hier kommen Sie zur vollständigen KEP-Studie

Aktuelles zum KEP-Markt

„Im Jahr 2016 wurden 7,2 % mehr Paket-, Express- und Kurier-Sendungen
befördert als im Vorjahr. Das Volumen durchbrach erstmals die
Drei-Milliarden-Marke [...]“

Studie zum KEP-Markt 2017 des BIEK

„Mit einer deutlichen Präsenz in allen wichtigen europäischen Märkten zeigte DPDgroup vor allem in Großbritannien (+13,2 %), Frankreich (+10,8 %), Spanien (+10 %), [...] Deutschland (+7,8 %) [...] eine starke Umsatzentwicklung“

Aktuelle Neuigkeiten der dpd group

„Die DHL meldet für das Geschäftsjahr 2016 einen neuen Paketrekord in Deutschland mit 1,2 Milliarden Sendungen, das entspricht einem Plus von 9,3%.“

DHL Pressemitteilung zum Jahresabschluss, 8. März 2017